Einige alte Handwerksberufe vor dem Aussterben

cc by wikimedia/ watch-school

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Wir leben in Zeiten, in denen wir zwar alle viel konsumieren, jedoch meist die Dinge genauso schnell wegwerfen, wie wir sie gekauft haben. Immer weniger Menschen wissen gut gemachte Gegenstände zu schätzen. Alte Möbel oder auch Uhren, die eine Geschichte erzählen und die man von Generation zu Generation weitergibt werden seltener. Schneller wirft man Stücke einfach auf den Müll bevor man sie zu einem Experten bringt um sie reparieren zu lassen.

Dies ist ein Grund dafür, warum immer mehr alte Handwerksberufe dabei sind auszusterben. Dies gilt zum Beispiel für den Beruf des Uhrmachers. Der Nachwuchs fehlt und die alteingesessenen Betriebe können sich kaum mehr halten. So werden Menschen, die Wertarbeit und Qualität zu schätzen wissen und auch eine gewisse Leidenschaft für ihren Beruf mitbringen zur echten rarität.

Ein weiterer Grund für das Traditionssterben im Handwerk ist aber sicherlich auch, dass gute Arbeit einfach ihren Preis hat. Viele Leute können sich solche Dienste einfach nicht mehr leisten oder wollen ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben. Warum soll ich eine alte Uhr reparieren lassen, wenn ich mir in jedem Kaufhaus ein neues Modell für ein paar Euro kaufen kann? Eine Tendenz, die wirklich schade ist. Hoffnung machen da vielleicht noch aktuelle Strömungen, wie der viel zitierte Vintage-Trend…

Februar 2nd, 2012 | Leave a Comment

GfK: Vertrauen in das Handwerk in Deutschland hoch

cc by flickr/ krusenstern

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Die GfK hat in einer internationalen Umfrage nach dem Vertrauen der Bürger in bestimmte Wirtschaftszweige und Institutionen gefragt. Dabei schnitt das Handwerk besonders gut ab und landeten in Deutschland sogar auf Platz eins im Wirtschaftsbereich!

88 Prozent der Befragten in Deutschland sprachen dem Handwerk ihr Vertrauen aus. Nur in den Niederlanden kann sich das dortige Handwerk über noch höhere Vertrauenwerte, nämlich 90 Prozent freuen. Ähnlich gut wie in Deutschland schätzen auch die Österreicher, Belgier und Franzosen das Handwerk ein.

Auf Rang zwei der laut der Umfrage vertrauensvollsten Wirtschaftszweige in Deutschland landet die Unterhaltungsindustrie (wobei hier sicherlich so manch einer schlucken muss). 81 Prozent der Befragten äußerten sich hierzu positiv. Auf Rang drei landeten die Fluggesellschaften mit 73 Prozent.

Wie zu erwarten war, Schnitten die Banken und Versicherungen mit nur 36 Prozent am schlechtesten im Wirtschaftsbereich ab. Noch schlimmer ergeht es den politischen Parteien, von denen nur noch 17 Prozent überzeugt waren.

Dezember 15th, 2011 | 1 Comment

Wurst-Bezeichnung: Fleischerhandwerk setzt sich gegen Aldi durch

cc by flickr/ acht&siebzig

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Das Handwerk gerät in letzter Zeit immer wieder mit Discountern zusammen, denn in Zeiten in denen sich manche Menschen wieder auf Lebensmittel besinnen, die ohne Chemie und vor allem handwerklich gut gemacht sind, wirbt es sich mit entsprechenden Slogans natürlich gut.

So beschwerte sich das Bäckerhandwerk beispielsweise darüber, dass Backautomaten in Filialen aufgebaut wurden und mit frisch gebackenen Brötchen beworben wurden. In einem weiteren Streit gegen Aldi Süd hat sich nun der Deutsche Fleischer-Verband durchsetzen können.

Der Discounter warb bei seiner Marke „Meine Metzgerei“ auf Wurstpackungen damit, dass das Produkt „nach guter handwerklicher Tradition“ hergestellt sei. Laut dem Verband würde man hier die Verbraucher täuschen und die Bereiche Industrie und Handwerk nicht genügend voneinander abgrenzen.

Es gebe einen klaren Unterschied zwischen Produkten aus industrieller und handwerklicher Produktion. Aldi Süd verpflichtete sich auf solch eine Werbung zu verzichten, wohl in erster Linie um einem längeren Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen.

November 10th, 2011 | Leave a Comment

Dachdeckerinnung Oberschwaben: Mit provokantem Video auf Lehrlings-Fang

Wir haben hier schon häufiger darüber berichtet, dass in vielen Handwerksberufen die Betriebe händeringend nach Nachwuchs suchen. So geht das deutsche Handwerk seit einiger Zeit in die Werbeoffensive und versucht junge Menschen für einen handwerklichen Beruf zu begeistern.

Die Dachdeckerinnung Oberschwaben versucht nun mit einem viralen Spot die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dies gelingt ihnen auf jeden Fall, denn in kurzer Zeit konnten sich etliche Klicks verzeichnen. Dies jedoch leider nicht, weil das Dachdeckerhandwerk so toll oder der Spot so interessant ist, sondern weil das Filmchen ziemlich provokant ist.

Nach eigenen Angaben soll er auch provozieren, aber eben auch gleichzeitig mit den typischen Klischess spielen. Wir alle kennen den Klischee-Anfang von Pornofilmen. Eine Frau öffnet dem Handwerker und der fragt: „Ich soll hier ein Rohr verlegen?“ Genau in diesem Stil ist das Video gehalten. Ob man so Lehrlinge bekommt? Denn schließlich ist für die meisten der Ausbildungsplatz dann doch eine mehr oder weniger ernste Sache, über die man informiert werden will…

November 3rd, 2011 | 1 Comment

Bundesverwaltungsgericht: Meisterzwang verletzt nicht die Berufsfreiheit

cc by flickr/ Mario Spann

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In den vergangenen Wochen wurde immer mal wieder über den Meisterzwang im deutschen Handwerk diskutiert. Hierzulande darf sich in 41 Branchen ein Handwerker erst selbstständig machen, wenn er seinen Betrieb in die Handwerksrolle einträgt, durch eine Meisterprüfung qualifiziert ist oder aber eine sechsjährige Berufserfahrung als „Altgeselle“ vorweisen kann.

So waren einige der Überzeugung, dass diese Regelung deutsche Handwerker gegenüber anderen EU-Handwerkern benachteilige und die Berufsfreiheit verletze. Das Bundesverwaltungsgericht teilte diese Auffassung jedoch nicht.

Im konkreten Fall hatte zum einen eine Friseurin gegen die Aufforderung der Handwerkskammer, ihren Betrieb in die Handwerksrolle einzutragen, geklagt. Zum anderen klagte ein Dachdecker gegen die Verwaltungsbehörde. Beide wollten ihre Tätigkeit ausüben ohne unter die oben genannten Voraussetzungen zu fallen.

Die Richter entschieden am Ende, dass der Meisterzwang in Deutschland nicht gegen die Berufsfreiheit verstoße und auch nicht gegenüber anderen EU-Staaten benachteiligt. Den Meisterzwang wird es also weiterhin geben.

September 15th, 2011 | Leave a Comment

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