Der Weg zur eigenen Terrasse: Mit diesen neun Schritten gelingt es garantiert

Foto: flickr/ Alexander van Loon

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Alexander van Loon

Wenn langsam die Temperaturen wieder steigen und in den Gärten das Grün zunehmend erwacht, pfeifen es die Vögel von den Dächern: Der Frühling kehrt endlich wieder zurück. Das ist auch der ideale Zeitpunkt, um die Gestaltung der eigenen Terrasse zu planen, denn im Hochsommer soll ja alles fertig sein. Man möchte sich von den Strapazen des Alltags schließlich nicht auf einer Baustelle erholen und auch die Gäste wollen in stimmungsvoller Garten-Atmosphäre zum Grillen begrüßt werden.

Dazu passt auch der aktuelle Trend, der unter dem Begriff „Outdoor-Wohnzimmer“ bekannt ist: Der Terrassenbereich wird nicht mehr einzeln wahrgenommen, sondern vielmehr als verlängerter Arm des Wohnzimmers. Teil der einheitlichen Gestaltung ist natürlich auch die Terrasse, doch viele Gartenliebhaber getrauen sich nicht an das Anlegen einer einladenden Terrasse auf eigene Faust.

Doch das Planen und Pflastern der eigenen Terrasse ist gar nicht mal so schwer, wie man vielleicht meinen mag. In der folgenden Anleitung erklären wir Schritt für Schritt, wie es geht und auf welche Dinge geachtet werden müssen.

1. Das richtige Material und Werkzeug

Folgende Bauutensilien sollten parat liegen, ggf. lassen sich fehlende Sachen bei
Freunden oder im Fachhandel ausleihen.

An Werkzeug wird benötigt:

• Gummihammer
• Rüttelplatte für Verdichtungsarbeiten
• Richtschnur und Pflöcke
• einige Brettstücke (z. B. zum Abstecken des Kiesbettes)
• Wasserwage
• Schaufel, Besen

Material, das im Baumarkt besorgt werden kann:

• Pflastersteine
• Quarzsand für die Pflasterfugen
• Schotter, Kies bzw. Split
• Randbefestigung für die Terrasse

2. Die Qual der Wahl: Naturstein, Betonpflaster oder doch lieber Klinker?

Zunächst muss der Hobbyhandwerker eine Entscheidung zwischen Naturstein und Betonpflaster treffen. Eine interessante Option stellen darüber hinaus sog. Pflasterklinker dar.

Ohne Frage ist Natursteinpflaster (oft aus Granit) der beliebteste Pflasterstein, prägt er doch als Straßenbaumaterial seit Jahrhunderten unser Stadtbild. Hervorzuheben ist seine robuste Beschaffenheit, außerdem ist er besonders pflegeleicht. Als nachteilig wird oft der nicht einheitliche Schnitt gesehen, was das Verlegen der Natursteine oft etwas verkompliziert. Häufige Farben sind grau, rot und anthrazit. Ausgefallene Farbtöne, seltene Formate und aufwändig behandelte Steinoberflächen treiben den Preis jedoch schnell in die Höhe.

Fällt die Wahl auf Pflasterklinker, muss ohnehin tiefer in die Tasche gegriffen werden: Der Quadratmeter schlägt mit ca. 30 EUR zu Buche. Dafür sind die Steine regelmäßig geformt (meistens Quader), was die Verarbeitung natürlich vereinfacht. Die verbreitetste Farbe ist der typische Rotton.

Preislich deutlich besser kommt man hingegen mit Betonpflaster weg. Die Auswahl an verschiedenen Formaten und Farben ist nahezu unbegrenzt. Obwohl auch hier das Verlegen der Pflastersteine aufgrund der einheitlichen Formgebung angenehm einfach ausfällt, sind dennoch einige Nachteile zu beklagen. Unschöne Kratzer (z. B. durch Gartenmöbel) treten recht schnell auf, außerdem wird Betonpflaster im Laufe der Zeit porös und setzt auch mal Moos an, wenn man ihn nicht genügend pflegt.

3. Die Planungsphase

Beim Projekt „Terrasse selbst pflastern“ ist eine gründliche Planung das A und O. Zunächst müssen Größe, Form sowie Lage der Terrassenlandschaft definiert werden. Dafür fertig man am besten eine maßstabsgetreue Skizze an, in welcher die wichtigsten Daten abgebildet werden. Dabei bitte auch die Zugangswege beachten. Anschließend wird die zukünftige Terrassenfläche mit Pflöcken und einem Bindfaden abgesteckt. So gewinnt man ein noch realistischeres Bild. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn man die Gartenmöbel einfach mal zu Testzwecken aufstellt. So erkennt man schnell, ob ausreichend Platz eingeplant wurde.

4. Den Unterbau der Terrasse ausheben

Wie weit man sich ins Erdreich vorgraben muss, hängt in erster Linie von der Bodenfestigkeit und der zukünftigen Belastung ab. In den meisten Fällen reicht aber eine Aushubtiefe von etwa 35 cm völlig aus, da so ausreichend Platz für die unterschiedlichen Fundamentschichten und Pflastersteine vorhanden ist.

Anschließend sollte der Unterbau mit einer Rüttelplatte verdichtet werden. Dabei gilt es aufzupassen, dass keine Senken zurückbleiben, in denen sich das Regenwasser sammeln könnte. Hier am besten immer mal wieder die Ebenheit mittels Wasserwaage checken. Danach folgt das Auftragen der Tragschicht aus grobem Schotter. Auch hier muss alles schön eben verteilt und anschließend mit der Rüttelplatte verdichtet werden. Tipp: Am besten schon jetzt an das Gefälle denken. Die empfohlenen 1 bis 2% stellen sicher, dass das Regenwasser immer vom Haus weg abfließt.

5. Aufbringen der Ausgleichsschicht

Nun folgt eine Schicht aus Kies oder besser feinkörnigem Splitt. Sie fungiert als Drainage und beseitigt gleichzeitig kleinste Höhenunterschiede. Für die Dicke dieser Schicht gilt als Richtwert 5 cm. Anschließend alles mit einem langen Brett gleichmäßig verteilen und schon ist auch dieser Arbeitsschritt abgeschlossen.

6. Pflastersteine verlegen

Nun geht’s endlich ans Pflastern. Dazu am besten an einer Hauswand o. ä. starten und sich langsam vorarbeiten. Dazu werden die Steine mit einer Fugenbreite von ca. 4 mm im Splittbett platziert und anschließend behutsam mit dem Gummihammer festgeklopft. In der Bauphase bringt das Zugeben von etwas Quarzsand in die Fugen zusätzliche Stabilität. Tipp: Am besten arbeitet man auf einem Brett, das das eigene Gewicht auf der noch fragilen Pflasterfläche verteilt. So wird die Gefahr eines Verrutschens der Steine gemindert.

Noch ein Wort zum Verlegemuster: Darunter versteht man ein spezielles System, nach dem die Steine angeordnet werden. Im einfachsten Fall sind die Reihen 1, 3, 5 usw. identisch, da sich das System immer wiederholt. Während sich hier kreative Köpfe richtig austoben können, sollten sich weniger Erfahrene lieber an einfache Muster halten. Hier hilft auch ein Blick in spezielle Kataloge der Pflastersteinehersteller, in denen viele Verlegemuster anschaulich präsentiert werden.

7. Für zusätzliche Stabilität sorgen

Experten raten zum Abschluss des Terrassenendes mit einer Randbegrenzung. Damit wird das spätere Absacken der ganzen Konstruktion verhindert. Zu diesem Zweck eigenen sich mehrere Möglichkeiten, beispielsweise ist man mit Palisaden oder robusten Bordsteinen gut beraten.

8. Die Fugen auffüllen

Nun wird sich den Fugen gewidmet. Zum Füllen der Zwischenräume eignet sich feiner Quarzsand, der Stück für Stück mit einem Besen diagonal in die Fugen verteilt wird. Wichtig ist dabei, dass der Sand trocken ist. Danach wird der zu viel aufgetragene Quarzsand mit einem Besen weggekehrt.

9. Finale Verdichtungsarbeiten und letzte Schritte

Damit die fertige Steinterrasse auf lange Zeit schön stabil und eben ist, wird nun noch mal zur Rüttelplatte gegriffen. Im Gegensatz zu den vorherigen Arbeitsschritten ist es aber wichtig, dass jetzt zum Schutze der Pflastersteine eine Hartgummimatte unten an der Maschine befestigt wird. Durch das Abrütteln rutscht meistens der Fugensand noch ein wenig nach unten, daher muss das Fugenmaterial ggf. noch mal etwas aufgefrischt werden. Fertig!

April 26th, 2016 | Kommentieren

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