DIY – modernes Heimwerken

Selbst ist der Mann! Die Heimwerker-Szene boomt, und hat inzwischen nicht nur ihre eigene „Lobby“ (DIY genannt, aus dem Englischen für „Do It Yourself“), sondern sogar ihren eigenen Absatzmarkt bei Werkzeugherstellern und Co. Heimwerken wird nicht nur immer beliebter, sondern auch immer professioneller – nicht selten verfügen eingefleischte Heimwerker über Ausstattung, Equipment und Maschinenparks über die manch gewerblicher Handwerker staunen würde.

Was früher ein gut ausgestatteter Werkzeugkoffer war ist heute der Hobbyraum, der Hobbykeller oder die Kellerwerkstatt, und was der Profil einst noch belächelt hat erntet heute nicht selten neidvolle Blicke. Tatsächlich aber ist der Heimwerker inzwischen wesentlich mehr als nur die Summe seiner Werkzeuge; wer professionell Handwerk als Hobby betreiben will, der braucht vor allen Dingen eines: Fachwissen.
Die Grundausstattung eines Hobbyhandwerkers besteht somit, nebst Arbeitsmaterialien, aus Lektüre und Anleitungen zum Heimwerken, welche sich zunehmend auch online finden lassen.

Der Heimwerker sieht sich im Laufe der Zeit mit den unterschiedlichsten Herausforderungen konfrontiert. Anders als der Handwerker also ist er nicht auf einen Rohstoff oder auf ein Endprodukt fixiert und spezialisiert, sondern arbeitet bedarfsorientiert. Dem zu Folge umfasst auch bereits die Grundausstattung eines Heimwerkers oft deutlich mehr Equipment als die des Handwerkers. Wer nicht bereits mitten im Prozess steckt, sondern gerade erst mit dem Heimwerken beginnt, für den gibt es Einkaufslisten mit den wichtigsten Werkzeugen, ohne die dem Hobby schnell ein jähes und frühzeitiges Ende beschert wäre, zumindest aber ungewollte Schaffenspausen um Werkzeug nachträglich zu beschaffen. Stets vorrätig, und von Anfang an vorhanden, sollten demnach sein:

Diverse Schraubenzieher in unterschiedlichster Ausführung und Vielfalt (unbedingt auch ein Fasenprüfer), ein Set Fünfkantschlüssel, Imbusschlüssel, oder alternativ zu Schraubenzieher und Co. ein Akkuschrauber mit einem umfangreichen Bit-Set, eine Sammlung der häufigsten Schrauben und Dübel, eine Bohrmaschine mit Schlag, dazu Bohrer für Metall (HSS), Holz und Stein, klassische Handsägen (Fuchsschwanz, Metallsäge, Laubsäge), Schleifpapier verschiedener Körnungen, mindestens eine normale Zange sowie eine Rohrzange (Franzose), Lötkolben und Zubehör, Leiter, Lüsterklemmen, Schraubzwingen, ein Bock, Meterstab und Wasserwaage, ein Bleistift, diverse Nägel, Handschuhe und Schutzbrille sowie verschiedene Pinsel, Lösemittel (Terpentin) und Holzleim. Natürlich kann diese Liste beliebig erweitert werden, doch damit lässt sich schon ein großer Teil der gewünschten Arbeiten realisieren, und ist weitestgehend auf alle Materialien vorbereitet.

Neben dem mechanischen Handwerkzeugen sollten allerdings früher oder später, besser früher, auch diverse elektrische Geräte und Werkzeuge Einzug halten, zu denen unter anderem die Stichsäge, (Hand-) Kreissäge, der Winkelschleifer (alternativ eine Flex) und Schleifmaschinen (je nach Verwendungszweck Deltaschleifer, Bandschleifer, Schwingschleifer etc.) gehören.

In jedem Fall sollte nach Möglichkeit ein externer Raum zur Verfügung stehen. In wärmeren Monaten tut es hier sicherlich noch die Garage, besser allerdings wäre ein Keller, der zur Werkstatt umfunktioniert werden kann. Hier sollte Platz für eine Werkbank und einen Werkzeugschrank vorhanden sein, sowie eine Möglichkeit Materialien einzulagern, nicht zu feucht im Raumklima, da sich erfahrungsgemäß hauptsächlich Holzreste ansammeln werden. Der Raum sollte auch gut zu lüften sein, da zwangläufig eine hohe Staubbelastung vorhanden sein wird, nebst dem Einsatz diverser Farben und Lacke.

Wer sich dem Heimwerken verschreiben möchte sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um ein recht teures Hobby handelt, da zwangläufig immer mehr Werkzeuge und Materialien hinzu kommen werden. Je mehr man handwerklich arbeitet, desto höher werden Anforderungen an sein Werkzeug, an dessen Verarbeitung und an das Endergebnis, an Effizienz und persönlichen Fortschritt. Schnell kommt bspw. noch eine Tauchsäge hinzu, Gärungssäge, Dübelfräse und elektrischer Hobel, eine Standbohrmaschine, und alsbald diverse Hilfmittel zur besseren Fixierung und Stabilisierung genannter Geräte, und irgendwann reicht einem die Leistung seiner Maschinen nicht mehr aus, sodass nicht selten eines Tages alles doppelt vorhanden ist.

Im Gegenzug darf sich der Heimwerker über gute Qualität seiner Werkzeuge freuen, zumindest im Mittelpreissegment, denn die Industrie hat den Trend schon längst erkannt, und produziert fleißig nicht nur immer wieder neue, sondern vor Allem immer bessere Geräte und Werkzeuge auch für den Heimwerker, dessen Anspruch inzwischen dem eines Profis ähnlich ist.

Heimwerken ist ein teures Hobby, aber auch ein sehr erfüllendes, bei dem man sich stetig weiter entwickelt. Und mit der richtigen Grundausrüstung wird jeder halbwegs geschickte Mann (inzwischen aber auch Frauen) seine Freude daran haben. Die einzige Anleitung, die es dann noch bedarf, ist ein wenig Grundwissen, und der Drang Herausforderungen zu meistern.

Dezember 14th, 2010 | Kommentieren

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