ELENA wird ausgeweitet – Kritik wächst

Heute am 1. Juli erreicht der Elektronische Entgeltnachweis, kurz ELENA, eine neue Stufe, denn ab heute sind Arbeitgeber dazu verpflichtet neben den digitalen Einkommensnachweisen auch ziemlich sensible Daten für jeden Mitarbeiter zu melden.

U.a. müssen sensible Daten zur Kündigung eingetragen werden: Wann endete das Arbeitsverhältnis? Wie? Wer hat gekündigt? Wie wurde die Kündigung zugestellt? Basiert die Entlassung auf vertragswidrigem Verhalten? Wenn ja, was war der Grund? Gab es vorher Abmahnungen?

Auf all diese Daten können dann zukünftige Arbeitgeber und auch Ämter zugreifen. Offiziell heißt es, es solle dem Bürokratieabbau dienen. Doch Datenschützer sind hier skeptisch, da hier massiv in die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer eingegriffen wird. Ab 2012 dienen diese Daten übrigens auch zur Berechnung des Arbeitslosengelds, d.h. wer Probleme im Job hatte, kann auch mit weniger Leistungen rechnen. Etliche Betriebe, darunter auch viele aus Handwerk und Dienstleistung sprechen sich erneut gegen ELENA aus.

Juli 1st, 2010 | Kommentieren

Immer mehr Unternehmer stemmen sich gegen ELENA

Handwerk ELENA Datenschutz by Flickr Sebastian BergmannSeit Anfang des Jahres sind alle Arbeitgeber dazu verpflichtet, einmal im Monat alle möglichen Daten elektronisch an die Deutsche Rentenversicherung zu übermitteln. Darunter auch extrem persönliche Daten wie Abmahnungen, Kündigungsgründe, Kündigungsfristen und Kündigungsschutzklagen, Urlaubs- und Fehlzeiten inklusive Krankheitstage und Streikbeteiligung.

ELENA nennt sich das Datensammelsystem, durch das Datenschützer den gläsernen Menschen zum greifen nahe sehen. All diese Daten sind für den Fall gedacht, dass mal ein Arbeitnehmer Wohngeld, Arbeitslosengeld oder sonstige Sozialleistungen beantragt. Was alles dadruch passieren kann, zeigt ein Beitrag des Magazins monitor, das wir hier gefunden haben.

Jetzt stellen sich auch immer mehr Unternehmer gegen ELENA. 25.000 Euro Bußgeld riskieren die Arbeitgeber, wenn sie sich weigern die vertraulichen Daten ihrer Mitarbeiter an den Staat zu übermitteln… Trotzdem stellen sich bereits über 50 Betriebe gegen ELENA, Tendenz steigend.

Februar 4th, 2010 | Kommentieren

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