Was macht eigentlich ein Möbeltischler?

cc by flickr/ HARO Flooring - Parkett & Laminat

Die offizielle Berufsbezeichnung für Handwerker, die Möbel aus Holz und anderen Werkstoffen herstellen, lautet Bau- und Möbeltischler oder -tischlerin. Diese Fachleute fertigen Möbel aller Art für alle Wohnbereiche individuell oder nach genauen Vorgaben an. In ihr Ressort fallen neben den klassischen Einrichtungsgegenständen wie Tische, Schränke oder Kommoden auch Ladenmöbel oder ganze Büroeinrichtungen. Prinzipiell kann ein Bautischler also vom Nachttisch über die Schrankwand bis hin zur Eckbank jedes in einer Wohnung übliche Möbelstück entwerfen und verwirklichen. Ein Bau- und Möbeltischler ist aber nicht nur für bewegliche Gegenstände zuständig, sondern baut auch Fenster, Türen und Deckenverkleidungen. Sogar hölzerne Transportkisten oder Fertigbauteile werden von diesen Fachkräften hergestellt.

Es handelt sich hier also um ein sehr vielseitiges Berufsfeld, das ein hohes Maß an Fachwissen, Geschick und Kreativität erfordert, selbst noch in einem Zeitalter in dem die meisten Kunden ihre Möbel online kaufen. Nicht zuletzt braucht ein Möbeltischler aber auch die Fähigkeit, auf Kundenwünsche einzugehen und gleichzeitig seine oder ihre Expertise einzubringen. Diplomatie ist hier ebenso gefragt wie Einfühlungsvermögen. Auch im Bereich der sogenannten „Soft Skills“ muss sich ein Bau- und Möbeltischler also laufend bewähren. Neben der traditionellen Tischlerei bieten sich daher auch zahlreiche alternative Arbeitsmöglichkeiten für gelernte Möbeltischler, wie beispielsweise in Möbelfachgeschäften oder Baumärkten. Sogar im Bootsbau sind Möbeltischler gefragt, wenn zum Beispiel der Innenausbau einer Jacht fachmännisch durchgeführt werden soll. Besonders viel Spielraum für die eigene Phantasie ermöglicht ein Arbeitsplatz in einer Theatertischlerei, der Bau-und Möbeltischlern ebenfalls offensteht. Stellen im Kulturbereich sind natürlich generell eher dünn gesät, haben jedoch den Vorteil, dass nicht immer nur praktische Alltagsgegenstände die Werkstatt verlassen, sondern auch mal etwas Verrücktes, Originelles, das dafür umso schöner aussieht.

Die Ausbildung zum Möbeltischler ist bundesweit einheitlich geregelt und dauert drei Jahre. Während dieser Zeit lernt eine angehende Fachkraft unter anderem ,welche verschiedenen Holzarten es überhaupt gibt, wie man Zeichnungen und Skizzen richtig anfertigt, wie man Oberflächen behandelt und Kunden richtig berät. Gute Schulnoten in den Naturwissenschaften sind dafür natürlich unabdingbar, ebenso wie mindestens ein erfolgreicher Hauptschulabschluss.

April 14th, 2015 | Kommentieren

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