Als Handwerker selbstständig machen

Klempner gesucht - flickr.com/pommes.fritz123

Wenn die Lehre bestanden und der Gesellenbrief von der Handwerkskammer überreicht wurde, dann überlegen viele Handwerker eine Meisterschule zu besuchen, um sich anschließend selbstständig zu machen. Vor der Existenzgründung als selbstständiger Handwerksmeister oder Handwerksmeisterin stehen aber noch einige Dinge, die man beachten muss, denn ganz so leicht, wie es vielleicht scheint, ist es nicht, sich als Handwerker selbstständig zu machen.

Mit einem Kredit
Mit wenigen Ausnahmen kann ein Handwerker ausschließlich zu Hause arbeiten, die meisten brauchen eine Werkstatt, Lagerräume oder ein Geschäft. Die Anmietung kostet ebenso Geld wie auch die Einrichtung und wer zum Beispiel als Friseurmeisterin im eigenen Salon arbeiten will, der muss von der Bank einen Kredit aufnehmen. Wer sich als Handwerker selbstständig machen will, der kann einen sogenannten Existenzgründerkredit, einen Kredit mit attraktiven Zinsen beantragen, denn dieser Kredit ist für diejenigen gedacht, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen. Welche Bank die besten Konditionen für einen Existenzgründerkredit anbietet, das kann man am besten im Internet nachschauen.

Auf eigenen Füßen stehen
Handwerk hat goldenen Boden, sagt ein altes Sprichwort, denn Handwerker sind nicht zu ersetzen und haben immer Arbeit. In der heutigen Zeit haben es aber auch die Handwerker nicht ganz so einfach, Aufträge zu bekommen. Auch die Zahlungsmoral der Kunden hat sich im Laufe der Zeit zum Nachteil verändert und viele, besonders kleine Handwerksbetriebe, mussten in den letzten Jahren schließen, weil sie auf unbezahlten Rechnungen sitzen geblieben sind. Sich selbstständig machen ist nie ganz so einfach und immer mit Risiken verbunden, und wer Tipps zur Existenzgründung braucht, der findet diese auf diversen Portalen im Internet oder kann sich an die Handelskammer wenden. Dort bekommt man nicht nur gute Tipps, sondern kann sich auch mit erfahrenen Kollegen austauschen, wie man am besten einen Handwerksbetrieb führt. Auch wenn die Selbstständigkeit viel Mut und noch mehr Einsatz erfordert, man ist der eigene Chef und das zählt.

Dezember 22nd, 2011 | Kommentieren

Wer hilft einem bei Streit mit der Baufirma ?

Handwerker im Einsatz

Handwerker im Einsatz - flickr/bschmove

Wer ein Haus baut, muss auch mit Streit auf der Baustelle rechnen. Es gibt eine ganze Reihe an Konflikten, die entstehen können: Eventuelle Mehrkosten als veranschlagt wurden, ein Zeitverzug beim Bau, nur langsam vorangehende oder sogar verweigerte Mängelbeseitigung etc. Im Grunde gibt es keine Baustelle ohne Bauablaufstörungen. Doch wie lassen sich diese Probleme aus dem Weg räumen und wer hilft dabei?

Kommt es nun zu einem Streit mit der Baufirma, sollte man sich auf jeden Fall einen auf Baurecht bzw. bei privaten Bauherren auf Verbraucherbaurecht spezialisierten Anwalt nehmen. Der sollte es zunächst erst einmal mit einer Schlichtung versuchen, bevor die ganze Angelegenheit vor Gericht landet, denn dann kann sich der Streit über einen langen Zeitraum hinziehen und zudem auch noch recht kostspielig werden.
Grundvoraussetzung um so eine Schlichtung durchführen zu können, ist ein Bauvertrag mit detaillierten Leistungsbeschreibungen, aus denen sowohl alle Pflichten des Bauunternehmers wie auch die Rechte des Bauherrn hervorgehen. Diese Planung darf dann ohne Absprache mit dem Bauherrn nicht vom Bauunternehmen geändert werden. Hält sich das Unternehmen nicht daran und es entstehen Mehrkosten durch Kalkulationsfehler oder es versucht einen Zeitverzug durch ein teureres Verfahren aufzuholen, muss der Bauherr dies nicht bezahlen.

Noch eine Möglichkeit, um einen Bauprozess vor Gericht zu vermeiden, kann eine außergerichtliche Einigung vor einer Bau-Schlichtungsstelle der Handwerkskammer sein. Um herauszufinden, ob die Handwerkskammer seiner Stadt so eine Bau-Schlichtungsstelle anbietet, kann man sich entweder im Internet oder telefonisch dort erkundigen. Denn leider bietet nicht jede Handwerkskammer solch eine freiwillige Einrichtung, zur Schlichtung von Streitfällen zwischen Bauherren, Bauausführenden, Bauingenieuren, Architekten und Sonderfachleuten an.

Um nun seinen Streitfall vor der Bau-Schlichtungsstelle schlichten zu lassen, muss ein schriftlicher Antrag auf Einleitung des Schlichtungsverfahrens dort eingereicht werden. Darin enthalten sein muss: Eine Beschreibung des zugrunde liegenden Sachverhaltes, so wie Angaben darüber, welcher Anspruch geltend gemacht wird. Dies am Besten gleich in doppelter Ausführung einreichen, eine Abschrift für die Gegenpartei, dann geht es schneller. Grundvoraussetzungen für die Inanspruchnahme der Schlichtungsstelle ist zum einen das Einverständnis des Antragsgegners, zum Anderen darf wegen derselben Sache noch kein Beweissicherungsverfahren oder eine Klage vor Gericht angestrebt worden sein.

Die Kosten für die Tätigkeit der Schlichtungsstelle müssen von beiden Parteien des Verfahrens jeweils zur Hälfte getragen werden, es sei denn, im Vergleich wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart.

Oktober 10th, 2011 | Kommentieren

Der Handwerkskammer immer Auskunft erteilen

cc by flickr/ coccu

cc by flickr/ coccu

Die Handwerkskammer prüft, ob ein Unternehmen in die Handwerkerrolle gehört. Dazu müssen entsprechende Unternehmen zunächst einmal einen Fragebogen ausfüllen, was sie in jedem Fall tun sollten, auch wenn man die persönlichen Voraussetzungen für den Eintrag in die Handwerksrolle nach eigener Ansicht nicht erfüllt.

In jedem Fall ist man also zur Auskunft gegenüber der Handwerkskammer verpflichtet. So entschied nun das Bundesverwaltungsgericht. In dem konkreten Fall ging es um ein Unternehmen, das nach Ansicht einer Handwerkskammer als Zweiradmechaniker in die Rolle eingetragen werden sollte.

Der Unternehmer füllte aber den Frageboden nicht aus und stand auch für keine weiteren Auskünfte zur Verfügung, da es nach eigener Ansicht nicht auf ihn zuträfe. Der Fall kam bis vor das Bundesverwaltungsgericht, das die Auskunftspflicht gegenüber der Handwerkskammer bestätigte.

Auch, wenn man die persönlichen Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle nicht erfüllt, müssen Gewerbetreibende dies zumindest mitteilen. Nur wenn dies bereits zweifelsfrei festgestellt wurde, müssen die aktuellen Tatsachen nicht mehr mitgeteilt werden.

Januar 15th, 2011 | Kommentieren

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