Wurst-Bezeichnung: Fleischerhandwerk setzt sich gegen Aldi durch

cc by flickr/ acht&siebzig

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Das Handwerk gerät in letzter Zeit immer wieder mit Discountern zusammen, denn in Zeiten in denen sich manche Menschen wieder auf Lebensmittel besinnen, die ohne Chemie und vor allem handwerklich gut gemacht sind, wirbt es sich mit entsprechenden Slogans natürlich gut.

So beschwerte sich das Bäckerhandwerk beispielsweise darüber, dass Backautomaten in Filialen aufgebaut wurden und mit frisch gebackenen Brötchen beworben wurden. In einem weiteren Streit gegen Aldi Süd hat sich nun der Deutsche Fleischer-Verband durchsetzen können.

Der Discounter warb bei seiner Marke „Meine Metzgerei“ auf Wurstpackungen damit, dass das Produkt „nach guter handwerklicher Tradition“ hergestellt sei. Laut dem Verband würde man hier die Verbraucher täuschen und die Bereiche Industrie und Handwerk nicht genügend voneinander abgrenzen.

Es gebe einen klaren Unterschied zwischen Produkten aus industrieller und handwerklicher Produktion. Aldi Süd verpflichtete sich auf solch eine Werbung zu verzichten, wohl in erster Linie um einem längeren Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen.

November 10th, 2011 | Kommentieren

Bundesverwaltungsgericht: Meisterzwang verletzt nicht die Berufsfreiheit

cc by flickr/ Mario Spann

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In den vergangenen Wochen wurde immer mal wieder über den Meisterzwang im deutschen Handwerk diskutiert. Hierzulande darf sich in 41 Branchen ein Handwerker erst selbstständig machen, wenn er seinen Betrieb in die Handwerksrolle einträgt, durch eine Meisterprüfung qualifiziert ist oder aber eine sechsjährige Berufserfahrung als „Altgeselle“ vorweisen kann.

So waren einige der Überzeugung, dass diese Regelung deutsche Handwerker gegenüber anderen EU-Handwerkern benachteilige und die Berufsfreiheit verletze. Das Bundesverwaltungsgericht teilte diese Auffassung jedoch nicht.

Im konkreten Fall hatte zum einen eine Friseurin gegen die Aufforderung der Handwerkskammer, ihren Betrieb in die Handwerksrolle einzutragen, geklagt. Zum anderen klagte ein Dachdecker gegen die Verwaltungsbehörde. Beide wollten ihre Tätigkeit ausüben ohne unter die oben genannten Voraussetzungen zu fallen.

Die Richter entschieden am Ende, dass der Meisterzwang in Deutschland nicht gegen die Berufsfreiheit verstoße und auch nicht gegenüber anderen EU-Staaten benachteiligt. Den Meisterzwang wird es also weiterhin geben.

September 15th, 2011 | Kommentieren

Mangelhafte Materialien: Baumarkt-Kunden bekommen mehr Rechte

cc by flickr/ Hotel Domspitzen Köln

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So manch einer hat dies schon einmal erlebt. Für den Hausbau oder die eigenen Renovierungsarbeiten hat man sich teuer im Baumarkt oder online Material gekauft. Dieses wird vom Handwerker eingebaut und schon nach wenigen Wochen zeigen sich die ersten Mängel: Die Farbe bröckelt, die Beschichtung geht usw.

Trifft den Handwerker nicht die Schuld, dann konnten sich Kunden bisher nur den Wert der Ware ersetzen lassen. Die Kosten für das Herausreißen und den Wiedereinbau mussten sie selbst tragen. Der Europäische Gerichtshof sah dies nun anders und hat in einem aktuellen Urteil die Rechte der Baumarkt-Kunden gestärkt.

Demnach müssen Baumärkte oder Onlinehändler nicht mehr nur mangelhafte Ware umtauschen, sondern auch für die Folgekosten aufkommen. Für die Richter sei nur so ein umfangreicher Verbraucherschutz gewährleistet. Verbraucherschützer begrüßten dementsprechend das Urteil und rieten Kunden sich bei Reklamationen darauf zu berufen und sich nicht abwimmeln zu lassen.

August 18th, 2011 | Kommentieren

Der Handwerkskammer immer Auskunft erteilen

cc by flickr/ coccu

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Die Handwerkskammer prüft, ob ein Unternehmen in die Handwerkerrolle gehört. Dazu müssen entsprechende Unternehmen zunächst einmal einen Fragebogen ausfüllen, was sie in jedem Fall tun sollten, auch wenn man die persönlichen Voraussetzungen für den Eintrag in die Handwerksrolle nach eigener Ansicht nicht erfüllt.

In jedem Fall ist man also zur Auskunft gegenüber der Handwerkskammer verpflichtet. So entschied nun das Bundesverwaltungsgericht. In dem konkreten Fall ging es um ein Unternehmen, das nach Ansicht einer Handwerkskammer als Zweiradmechaniker in die Rolle eingetragen werden sollte.

Der Unternehmer füllte aber den Frageboden nicht aus und stand auch für keine weiteren Auskünfte zur Verfügung, da es nach eigener Ansicht nicht auf ihn zuträfe. Der Fall kam bis vor das Bundesverwaltungsgericht, das die Auskunftspflicht gegenüber der Handwerkskammer bestätigte.

Auch, wenn man die persönlichen Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle nicht erfüllt, müssen Gewerbetreibende dies zumindest mitteilen. Nur wenn dies bereits zweifelsfrei festgestellt wurde, müssen die aktuellen Tatsachen nicht mehr mitgeteilt werden.

Januar 15th, 2011 | Kommentieren

Mängel am besten gleich beseitigen

Jedem unterläuft mal ein Fehler, auch dem Fachmann. Macht ein Kunde einen auf Mängel aufmerksam und man bessert diese nicht gleich aus, kann dies schnell für den Handwerker teuer werden. Dies zeigt sich auch an einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs.

In dem Fall hatte ein Unternehmer eine Heizungsanlage in einem Berufsschulzentrum installiert. Der Auftraggeber beschwerte sich jedoch über eine feuchte Wand und verlangte Nachbesserung. Der Unternehmer wollte nun aber, dass der Auftraggeber zunächst unterschreibe, dass er die Kosten für die Überprüfung trage, falls es doch nicht der Fehler des Handwerkers war.

Der Auftraggeber unterschrieb dies nicht und so kam es nach ein paar Wochen zu einer Havarie in der Berufsschule. Tausende von Liter Wasser flossen in die Wand. Der Handwerker war der Überzeugung, dass der Auftraggeber eine Mitschuld an dem Schaden habe, da er die Erklärung nicht unterzeichnen wollte.

Die Richter sahen dies jedoch anders: Ein Handwerker müsse eventuelle Mängel prüfen und dies auch nachbessern. Dies sei auch der Fall, wenn die Bauleistung schon längst abgenommen wurde und der Auftraggeber die Beweislast für die Mängel trage. Die Unterzeichnung einer Erklärung dürfe der Handwerker nicht zur Bedingung machen.

November 18th, 2010 | Kommentieren

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